Before Watchmen...

    • Wie versprochen gibt's hier nochmal meine generelle Meinung zu diesem Band.
      Also das "Before Watchmen" ist mMn schon gerechtfertigt. Ok, im direkten Vergleich zieht SS klar den Kürzeren, aber hier werden einige Themen bzgl. der Moral der Helden schon vorweg genommen. Man kann dem Werk ganz klar anmerken, dass ein bestimmter Zeitgeist damals durch die Welt der Comics geisterte, manche Comics ergriff und ihnen eine herrausragende Stellung zukommen lies.
      Die s/w-Sicht wird hier weggewischt und zugunsten von Grautönen geopfert. Als Leser muss man sich einfach irgendwann fragen, ob die Helden richtig handeln.
      Ähnlich wie bei Watchmen fällt es am Ende schwer wirkliche Sympathien zu entwickeln, da hier kein strahlender Held existiert. Hier sind alle nur zu menschlich und niemand ist frei von Fehlern.
      Das letztendliche Scheitern der Helden ist bitter, aber unumgänglich. Alles andere würde der Geschichte nicht gerecht werden.
      Etwas Kritik gibt es aber auch noch. Ich finde, dass Gruenwald ruhig etwas mehr Opposition im Volk hätte zeigen können. So hat es den Eindruck, als stünde wirklich die große Masse hinter dem Utopia Programm.
      Und man merkt der Geschichte auch an, dass Gruenwald viel mehr Ideen hatte, als er in der 12 teiligen Maxiserie unterbringen konnte. Dies ist definitiv schade. Ich denke er hätte noch viel mehr aus der Geschichte machen können, wenn er noch mehr Zeit gehabt hätte.

      Also, abschließend bleibt zu sagen, dass es wirklich eine tolle Geschichte ist, die sich mit den moralischen Problemen von Superhelden auseinandersetzt. Vor allem in der damaligen Zeit war das bahnbrechend und es liest sich auch heute noch wunderbar und, genauso wie nach der Lektüre von Watchmen, ist man letztendlich doch froh, dass es in der Realität keine kostümierten Superhelden gibt.
    • Freut mich, dass es Dir gefallen hat! :thumbup:

      Also das "Before Watchmen" ist mMn schon gerechtfertigt. Ok, im direkten Vergleich zieht SS klar den Kürzeren, aber hier werden einige Themen bzgl. der Moral der Helden schon vorweg genommen.


      Hier ist natürlich zu sagen, dass der zeitliche Unterschied zwischen "Watchmen" und "Squadron Supreme" kein sehr großter war. Es lässt sich also nur schwerlich behaupten, dass Moore von Gruenwalds "Squadron Supreme" geklaut hat. Vielleicht hat er es gelesen, vielleicht ließ er sich davon inspirieren... ich weiß es nicht und letztlich ist es auch egal, da beide Werke sehr gut für sich alleine bestehen.

      "Squadron Supreme" ist in Aufmachung und Storytelling dem traditionellen Superheldencomic ein gutes Stück näher als "Watchmen". Moore ging bei der Transportierung der Superhelden in ein einigermaßen realistisches Umfeld als noch den einen oder anderen Schritt weiter. Nun könnte man sich natürlich die Frage stellen, ob diese noch größeren Schritte ohne die Vorarbeit Gruenwalds so gut angekommen wären. Aber das wäre sehr, sehr theoretisch und würde "Watchmen" zudem nicht gerecht werden.

      Übrigens gab es schon einige Jahre vorher einen bescheidenen Abstecher der Superhelden in ein reales Umfeld. In "Justice League of America" Vol. 1 # 153 (April 1978 ) von Gerry Conway und George Tuska verschlug es die Liga auf "unsere" Erde, in der sie nur in Comicheften existierten. In dieser Geschichte, die den Titel "Earth's first and last Super-Hero!" trug, traf die Liga auf den Außerirdischen Ultraa, dessen Ankunft auf der Erde stark von Superman beeinflusst wurde. Dieser Ultraa wurde von australischen Ureinwohnern aufgezogen. Gemeinsam mit Ultraa trat die Liga gegen Maxitron an. Nicht ohne vorher Ärger mit den Machthabenden zu bekommen. Ultraa begleitete die JLA anschließend auf deren Welt - das Fazit ziehend, dass seine Heimatwelt, also unsere Welt, keine Superhelden benötigt.

      Diese durchaus nette Geschichte ist natürlich nicht annähernd auf einem Level mit "Squadron Supreme" oder gar "Watchmen". Aber der Gedanke war auch schon kein neuer mehr, als Moore und Gruenwald ihre Meisterwerke schrieben.

      Ehapa veröffentlichte diese Geschichte im "Superman Taschenbuch" # 16 (unter dem Titel "Der erste Superheld der Erde"). Später erhielt diese Erde einen weiteren Superhelden. Diesen kennen wir heute als Superman-Prime.
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    • Kain schrieb:

      Hier ist natürlich zu sagen, dass der zeitliche Unterschied zwischen "Watchmen" und "Squadron Supreme" kein sehr großter war. Es lässt sich also nur schwerlich behaupten, dass Moore von Gruenwalds "Squadron Supreme" geklaut hat. Vielleicht hat er es gelesen, vielleicht ließ er sich davon inspirieren... ich weiß es nicht und letztlich ist es auch egal, da beide Werke sehr gut für sich alleine bestehen.
      Solch eine Behauptung wollte ich auch gar nicht aufstellen. Nicht das ich da falsch verstanden werde.
    • KoRnAdema schrieb:

      Mir ist gerade noch was eingefallen, was ich noch erwähnt haben wollte: Ich finde das Cover von Alex Ross übrigens richtig klasse! :D


      :huh:

      :|

      :schocker:


      Claw schrieb:

      Hu, ich glaub jetzt hast du es dir mit Kain so richtig verscherzt :D


      Oh ja! :fertig:

      Ich glaub meine Erzfeindposition kommt ernshaft ins Wanken...


      Niemals, Junior! Niemals!
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    • danke für die erinnerung, habs mir endlich mal vor paar tagen bestellt und bin gespannt. sind die verkäufer vom comicroom/hamburg hier eigentlich auch vertreten?
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    • Wenn ich mich nicht täusche, kaufen Bouncie und Stimpy da öfter ein. Aber ob hier auch einer der Verkäufer anzutreffen ist, kann ich Dir nicht sagen.
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    • die comicläden sterben ja leider echt aus, und das in sonner großstadt? bin schon froh von dem ding erfahren zu haben und is für jeden hanseaten gut erreichbar *schleichwerbung mach*

      edit: ... und kain, macht doch nix das du das nich weisst. bist trotzdem nen dufter typ, gell? :clap:
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    • Gestern konnte ich das Trade von Mark Gruenwald beenden. Die Mini gibt einen interessanten Blick auf die Superhelden in einer realen Welt als deren „Retter“. Am Ende scheitern sowohl die Squadron als auch die Gegner unter Nighthawk an ihren eigenen, hausgemachten Problemen. Alle Motive und Mittel, egal auf welcher Seite, sind zweifelhaft, da es in keinem der Fälle ohne Manipulation stattfindet und funktioniert.

      Die ganze Geschichte ist ohne schweres Pathos wunderbar leicht erzählt, so dass die 350 Seiten wie im Fluge vergingen.

      Sollte ich es mit Watchmen vergleichen, gefällt mir letzteres etwas besser, da es dort noch einen Tick „realer“ und „düsterer“ zugeht. Squadron Supreme ist in dieser Hinsicht doch noch mehr im Bereich des klassischen Superhelden-Settings angesiedelt. Es funktioniert aber wunderbar und macht einen Riesenspaß.

      Ich bin froh, die Squadron Supreme zu kennen und werde es garantiert noch öfter mal lesen. Wer auf solche Szenarien steht, sollte zugreifen.

      Danke dafür, Kain.


      „Life doesn’t have plots and subplots and denouements. It’s just a big collection of loose ends and dangling threads that never get explained.“.
      - Grant Morrison als "er selbst" in Animal Man, vol. 3: Deus ex machina
    • Munk schrieb:

      Squadron Supreme ist in dieser Hinsicht doch noch mehr im Bereich des klassischen Superhelden-Settings angesiedelt. Es funktioniert aber wunderbar und macht einen Riesenspaß.


      Gut erkannt! :thumbup: Und interessanterweise spiegelt sich das auch in der Optik wider. "Squadron Supreme" ist ja wesentlich bunter als es die "Watchmen" sind. Und letzten Endes ist es auch besser, dass auf zwei verschiedene Weisen an eine ähnliche Thematik herangegangen wurde.
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