STARLIGHT von Mark Millar und Goran Parlov

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    • @excelsior1166

      BC McFly schrieb:

      Eine wunderbare Miniserie, die Parlov im Moebius-Stil gezeichnet hat. Eine Hommage an die Ära der Pulp-SF (Flash Gordon & Co.). Mit das Beste, was Millar zuletzt geschrieben hat.
      Mehr brauchst Du eigentlich nicht darüber zu wissen, außer vielleicht noch, dass STARLIGHT - SciFi-Hommage hin oder her - vor allem auch eine schöne, teils augenzinkernde, teils nachdenklich stimmende Geschichte übers Älterwerden ist. Absolute Kaufempfehlung meinerseits! :ok:
    • Starlight – Die Rückkehr von Duke McQueen

      Mit Starlight legte der Schotte Mark Millar einen weiteren Comic vor, für den schon vor Ende der 6-teiligen US-Serie die Filmrechte gekauft wurden. Kein Wunder, denn die Science Fiction Geschichte mit Augenzwinkern zeigte schon in den ersten Heften Potential. Worum geht’s? Duke McQueen ist ein Lügner – zumindest halten ihn alle bis auf seine Frau für einen. Der ehemalige Pilot war verschollen, und als er wiederkam, berichtete er von fantastischen Abenteuern, die die er auf einem fremden Planeten erlebt haben wollte. Klar, dass Duke schnell als Spinnern abgestempelt wurde, und auch seine eigenen Söhne glauben nicht an die abenteuerlichen Geschichten ihres Vaters. Doch da geschieht das Unglaubliche: ein Bote von dem anderen Planeten kommt zu Duke und bittet ihn um Hilfe, den der Planet, den Duke vor Jahrzehnten gerettet hatte, ist in die Hände eines bösen Diktators gefallen, und alle Hoffnungen ruhen nun auf dem Helden aus der Vergangenheit. Doch dieser hat die 60 schon lange hinter sich gelassen…

      Fazit:

      Millar macht sich hier Gedanken über die Frage was passiert, wenn irdische Weltraumhelden altern, und ihnen niemand ihre Erlebnisse abnimmt. Das Ganze kann man sich als eine Mischung von Kirkmans „Brit“ mit Paks „Planet Hulk“ vorstellen, abgeschmeckt mit einer guten Prise „Space Cowboys“. Als Schauspieler wäre der gealterte Clint Eastwood sicher eine gute Wahl, etwas so, wie wir ihn in „Gran Torini“ gesehen haben. Was, wenn Perry Rhodan oder Jan Tenner nach ihren ersten Abenteuern zurück auf die Erde gekehrt wären, und dann jahrzehntelang ein irdisches Durchschnittsleben geführt hätten? Hier gibt es die Antwort. Das Ganze funktioniert aber auf eine sehr humorvolle Art und Weise, was auch daran liegt, wie gut der kroatische Zeichner Goran Parlov (der bei Punischer Max und Fury Max schon sauber abgeliefert hat) den fremden Planeten dargestellt hat. Typische Kostüme die alle Klischees von Serien wie Flash Gordon erfüllen treffen auf Sci-Fi-Ideen von Moebius. Geschwungene Raketen, Helme mit Hörnern und kleine Strahlenwaffen treffen Fischglashelme, Säbel und Damen mit Jetpaks. Ein herrlicher Spaß, dem man Millars Freude am Genre deutlich anmerkt. Millar-typsiche explizite Gewalt hält sich sehr in Grenzen gibt es feine Cliffhanger und Wendungen, die einen die Story in einem Rutsch lesen lassen. Doch die Säulen der Story sind ganz klar klassisch – der Held, der Schurke, ein SIdekick, ein unterjochtes Volk. Doch genau die Klassik wollte Millar ja auch darstellen. Duke gelingt die Wiedereingliederung ins Weltraumhelden-Geschäft dann doch sehr schnell, und die humoristischen Rückschläge halten sich in Grenzen. Hier wollte Millar ganz klar nicht das Genre neu definieren, sondern Spaß mit den alten Pulp-Helden haben. Gerade mit seiner familiären Situation erhebt sich Duke McQueen aber schnell aus aus der Rolle des eindimensionalen Ex-Helden, und wird zu einem Wesen mit Herz und Gefühl. Woran liegt’s, dass in letzter Zeit häufig Plots von gealterten Helden erscheinen, die die jungen noch mal in den Arsch treten? Der mitgealterten Zielgruppe im Bereich der Superheldencomics wird’s gefallen, ob bewusst oder unbewusst. Und wenn das so charmant rüber kommt wie in Starlight kann man nur zugreifen.
    • Ist das ein (erstmal vorläufig geplant ) abgeschlossener Oneshot oder wie bei Jupiter's Legacy eine fortlaufende Serie ?

      Hatte erst gedacht das wäre das Spin Off davon, aber das heisst ja Jupiter's Circle
      Verliere bei Millars vielen Serien schon den Ãœberblick
    • Oje, ich weiß, dass das Heat Legend jetzt nicht gefallen wird (wir hatten mal 'ne kleine, jedoch - zumindest meinem Empfinden nach - sehr interessante und nette Diskussion deswegen im MPH - SCHNELLE PILLEN -Thread :ok: ), aber: Millars Zeitreise-Story CHRONONAUTS (erscheint im September) und die schon vor etwas längerem veröffentlichte Alternativ-Super"helden"-Geschichte MPH will ich hier mal so ganz nebenbei auch empfehlen. Das sind ebenfalls in sich abgeschlossene Geschichten, die zumindest bei mir für ein paar Stunden angenehme Kurzweil gesorgt haben.
    • Starlight war wirklich eine schöne Story, zusammen mit Superior ist das eine meine Libelingstories von Millar. Eine Geschichte mit Herz, viel Hommage und ernstem Unterton. Parlov passt für den Flash Gordon Look perfekt, die richtige Länge hatte das Ganze dann auch noch.

      Chrononauts hatte durchgeknallte Set Ups für Murphys grandiose Zeichnungen, der Rest war leider nix...
    • Ich hab die Ankündigung von Starlight gelesen und direkt bestellt... Alles was mit Pulp zu tun hat ist ja genau mein ding :D
      Als ich den Band dann in den Händen hielt wurd ich nicht entäuscht. Eine der besten Sci-Fi/Pulp Storys seit ewigkeiten.
      Vieleicht das "Was wäre wenn: Flash Gordon als Alter Mann zuhause wäre"... Die Zeichnungen find ich auch super, und ich will gern die Storys des jungen Duke McQueen lesen...

      10/10 Laserpistolen :laser2: