Providence 2 von Alan Moore und Jacen Burrows

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    • Providence 2 von Alan Moore und Jacen Burrows



      Der zweite Band ist da. Alan Moore und Jacen Burrows legen quasi den Mittelteil der Serie vor. Vielleicht etwas anstrengend, aber sehr sehr gut und lohnend. Und eigentlich kann man es sogar lesen, ohne jede HPL-Story verinnerlicht zu haben.
    • In der Tat sehr anstrengend und fordernd zu lesen und wie bei fast jedem Alan Moore Comic habe ich den Eindruck, nur die Hälfte wirklich verstanden zu haben. Aber genau darin liegt die Herausforderung, sich mit Lovecrafts Welt auseinanderzusetzen. Ich habe selber bisher nur 2 Kurzgeschichten von Lovecraft gelesen und war fasziniert von der atmosphärischen und erzählerischen Dichte, die "Providence" präsentiert.

      Die Qualität von Moores Werken misst sich für mich daran, dass seine Comics die Einzigen sind, wo ich motiviert bin, diese ein 2. Mal zu lesen. Ich werde jetzt mehr von Lovecraft lesen, da Moore eine unwiderstehliche Eintrittskarte in sein Universum vorlegt.

      10 von 10 Punkten, aber definitiv nichts für Comicfreunde, die sonst nur Spiderman lesen.
    • Gort schrieb:

      In der Tat sehr anstrengend und fordernd zu lesen und wie bei fast jedem Alan Moore Comic habe ich den Eindruck, nur die Hälfte wirklich verstanden zu haben. Aber genau darin liegt die Herausforderung, sich mit Lovecrafts Welt auseinanderzusetzen. Ich habe selber bisher nur 2 Kurzgeschichten von Lovecraft gelesen und war fasziniert von der atmosphärischen und erzählerischen Dichte, die "Providence" präsentiert.

      Die Qualität von Moores Werken misst sich für mich daran, dass seine Comics die Einzigen sind, wo ich motiviert bin, diese ein 2. Mal zu lesen. Ich werde jetzt mehr von Lovecraft lesen, da Moore eine unwiderstehliche Eintrittskarte in sein Universum vorlegt.

      10 von 10 Punkten, aber definitiv nichts für Comicfreunde, die sonst nur Spiderman lesen.

      Würde, weil ich die aktuell lese, auch zu Moores Liga der Gentlemen raten, da sind auch immer wieder starke Verweise an Lovecraft vorhanden. Falls mal der Lesestoff ausgeht ;)
    • Auf ein halbes Jahr (plus x) sollte man sich aber einstellen, da von den letzten 4 US-Heften erst eins erschienen ist. Aber -- und ich glaube, das wurde in den Threads zur Serie schon öfter gesagt -- es gibt nicht so viele Serien, bei denen sich doppelte Lektüre so lohnt wie hier. :)


    • Providence 2


      Alan
      Moore liegt es, historische Literatur umzuschreiben und in einen neuen
      Kontext zu setzen, wie man es z.B. bei den Pulp-Helden in Die Liga der
      außergewöhnlichen Gentleman und bei Lost Girls gesehen hat, wo er Stoff
      wie Alice im Wunderland oder Der Zauberer von Oz interpretiert. Bei
      jedem Werk von Alan Moore merkt man, wie sorgfältig er recherchiert und
      auf Details achtet. So wurden beispielsweise bei Die Liga der
      außergewöhnlichen Gentleman kleinste Details aus der Pulp-Historie der
      Figuren mit in die Geschichte aufgenommen und verschmolzen, und zwar so
      detailliert, dass sich ganze Homepages der Aufschlüsselung der
      Einzelheiten widmen. Nun hat sich der Brite das Werk von H.P. Lovecraft
      herausgesucht. Der Anspruch: Providence soll zum Watchmen des
      Horrorgenres werden! Providence erzählt die Geschichte von Robert Black,
      seines Zeichens Reporter bei der New Yorker Zeitung Herald im Jahre
      1919. Robert muss einen privaten Schicksalsschlag verdauen, und stürzt
      sich in die Arbeit. Seine Nachforschungen zu einem geheimnisvollen Buch
      führen den Journalistendurch verschiedene Städte Neuenglands, wo er
      feststellt, dass die Welt doch wesentlich anders ist als das was er sich
      darunter vorgestellt hat. In Band 2 reist Black in das kleine Städtchen
      Manchester, wo er auf allerlei ungewöhnliche Bewohner trifft, wie z.B.
      eine hexenartige Vermieterin oder eine junge, aber hochbegabte
      Studentin, die vieles hinter der Fassade ihres jugendlichen Aussehens
      verbirgt. Danach verschlägt es ihn nach Boston, wo er inmitten der
      Gewerkschaftsunruhen Schlimmeres findet als die während der
      Straßenkämpfe getöteten Menschen in den Straßen. Auch das Gespräch mit
      einem Autor über die Gruppe Stella Sapiente verläuft gänzlich anders als
      geplant.

      Fazit:

      Auch hier hat Moore sich sehr
      intensiv mit den Geschichten von H.P. Lovecraft beschäftigt, und
      verschmolz die einzelnen Geschichten zu einem Gesamtwerk. Namen und
      Schauplätze wurden umbenannt, aber Fans von H.P. Lovecraft dürften
      relativ schnell wissen, um welche Erzählungen es sich handelt, die
      anderen können unvoreingenommen die Szenarien genießen, die die
      besondere Faszination von Lovecrafts Horror ausmachen. Außerdem gibt es
      hier auch eine Grenzüberschreitung sexueller Natur, die sicherlich
      ausgiebig diskutiert werden wird, und die Erinnerungen an Proteste bei
      Lost Girls aufkommen lässt. Insgesamt passt die Szene aber genau in den
      Kontext, und wirkt durch die Grenzüberschreitung vom einen auf den
      anderen Moment sehr intensiv und erschreckend. Die Zusammenarbeit von
      Alan Moore und Jacen Burrows am Werk von H.P. Lovecraft und dem Cthulu
      Mythos wurde nach The Courtyard 1-2 und Neonomicon 1-4 (in Deutschland
      im Band Neonomicon bei Panini erschienen) hier nun fortgesetzt. Burrows
      realistischer, ja nüchterner Stil eignet sich ungemein, um die
      Gegensätze zwischen rationaler Welt und Horror aufzuzeigen. Sehr viel
      Wert wurde auf kleine Anspielungen gelegt, die überall in der Geschichte
      verteilt sind. Auch hier muss man offenbar Lovecraft-Kenner sein, um
      alles zu entschlüsseln, der Lesefluss wird jedoch nicht behindert. Am
      Ende jedes enthaltenen US-Heftes hat Moore das Tagebuch von Robert Black
      beigefügt, aus dem der Leser sehr genau über dessen Sichtweise der
      vergangenen Ereignisse informiert wird. Die handgeschriebenen Seiten
      können auch mal 10 Seiten lang sein, und bringen den Leser dazu, noch
      einmal zurück zu blättern und das Tagebuch mit den Szenen abzugleichen.
      Im Band enthalten sind wieder alle Cover der US-Ausgaben inklusive aller
      Variantausgaben sowie einige Erläuterungen von Antonio Solinas, der
      einiges zur Interpretation des Werkes beisteuert. Für Fans von H.P.
      Lovecraft dürfte Providence eine Pflichtlektüre und Ergänzung zum Werk
      des Meisters werden, für Neueinsteiger, egal ob bei Moore oder Lovecraft
      gibt es sicherlich einfachere Einstiege.
    • Moin, bin jetzt zur Hälfte durch und habe eine Frage:
      Ist es auch im Original so, dass nach US-Heft 5 & 6 jeweils das gleiche Zitat kommt?

      Okay habe ne Seite gefunden, die den Comic nahezu Panel für Panel analysiert: Es kam bei den Printausgaben zu einem Fehler sodass das zitat aus Heft 4 auch nochmal bei der 5 gedruckt wurde. In der Digitalen Ausgabe war jedoch das richtige Zitat.
      In der Printversion wurde dann das Zitat was für die 5 gedacht war in der Nr. 6 gedruckt.
      So dass es richtig ist, dass das Zitat doppelt ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Basto ()

    • BC McFly schrieb:

      Tja, darüber scheint das letzte Wort noch nicht gefallen zu sein. Wendet euch derweil ruhig an mich. Was ich beantworten kann, beantworte ich, alles andere reiche ich weiter. Okay?


      Das nehm ich mal zum Anlass um zu fragen wie es denn mit "Cinema Purgatorio" aussieht? Seid ihr an der Anthologie Serie auch interessiert? Immerhin sind da recht bekannte Größen beteiligt, auch wenn das Anthologie Format wohl nicht ganz so populär ist.

      Ãœbrigens hat Alan Moore bekannt gegeben, dass er sich als Comic Autor zurückziehen wird. Ein paar Sachen hat er noch im petto, bald war es das aber: cbr.com/alan-moore-confirms-re…paign=CBR-FB-P&view=lista

      Eine Legende tritt von der Bühne ab. :hutab:
    • Cinema Purgatory - Bubi: "Wir haben das Material angeschaut, aber es ist qualitativ stark schwankend, daher noch keine Entscheidung."

      Aktuell ist noch nicht einmal klar, ob und in welcher Form Avatar das Material mal sammeln wird. Da muss man wirklich abwarten.
    • Ja, was für ein Monster von Comic, Moore und Burrows at its best.
      Wie viel hier drinsteckt, ist unglaublich, da ist man mit drei- viermal lesen noch nicht durch, und der oben genannte Blog ist wirklich mal hilfreich, obwohl manches auch übertrieben in den Mittelpunkt gestellt wird, bzw. für den durchschnittlichen Comicleser nichts neues sind, wie zum Beispiel die Panelübergrefienden Dialoge andere als die dargestellten Personen..... und ien bißchen hab ich auch dazu beigetragen, die Assoziationsketten laufen....
    • Mich hat Moore dazu veranlasst mich mal wieder durch die Primärliteratur zu lesen. Mit den Sammelbänden "Azathoth" und "Das Ding auf der Schwelle" sowie der Novelle "Schatten über Innsmouth" bin ich durch. Aktuell ist der Sammelband "Die Katzen von Ulthar" dran.