Tag X

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    • Wow, ich liebe „was wäre wenn“-Geschichten und „Jour J“ ist mir in den französischen Buchhandlungen schon lange aufgefallen, leider ist mein französisch nicht so gut, dass ich die Lektüre wirklich geniessen kann, obwohl ich ein paar Bände (noch ungelesen) zu hause liegen habe, da ich sie fast kostenlos erstehen konnte. Nun habe ich durch Zufall entdeckt, dass Panini beginnt die Serie zu veröffentlichen. Ich habe die Bände sofort bestellt und werde sie verschlingen.

      Klar sind viele der Bücher eher für den Frankreich-Kenner etwas; so ist wohl eine Welt in der Napoleon als Sieger hervorgegangen für den Deutschen Leser nicht so interessant oder auch wie im Original-Band 2 anstelle eines geteilten Berlin’s ein geteiltes Paris nach 1945.

      Natürlich würde ich es mir wünschen wenn nach und nach alle Bücher übersetzt werden, aber da es keinen roten Faden durch die Serie hat und alle Bände eigenständige Geschichten sind, die nichts miteinander zu tun haben, finde ich es Okay von Panini mit diesen zwei Büchern zu beginnen, die doch schon mal eine feste Leserschaft anfixen um anschliessend weniger reissende Geschichte veröffentlichen zu können.

      Ich kann mir vorstellen, dass vor allem die folgenden Bände Leser ebenso begeistern könnten, ohne zu „francophon“ zu sein. Anbei die originale Nummerierung und das Hauptthema, so weit ich es anhand des Titels herausfinden konnte:

      Band 1 – Die Russen auf dem Mond !

      Band 13 – wenn…1492 Kolumbus ein muslimischer Seefahrer gewesen wäre

      Band 15 – Jahr 33, wenn Jesus gar nicht gekreuzigt worden wäre, sondern seine Anhänger Jerusalem zerstört hätten

      Band 16 – wenn die Titantic 1912 normal in New York angekommen wäre

      Band 17 – wenn Napoleon noch vor „seiner“ Zeit in die USA ausgewandert wäre und zum Adoptivsohn von Georg Washington geworden wäre

      Andere Geschichten erzählen:

      Band 20 – ein Atombombeneinsatz 1954 der USA in Vietnam um die Franzosen in Dien Bien Phu zu retten

      Band 11 – 1795 - König Ludwig der 16te ist tot, doch Königin Marie Antoinette ist frei und marschiert mit einer Armee in Richtung Paris

      Viele weitere erzählen von Geschehnissen während des zweiten Weltkrieges, über eine kommunistische Revolution 1917 in Frankreich, ein Bürgerkrieg und den Wiederaufbau in Frankreich in den 1960ern (2 Bände), ein heisse Atomkrise in den USA 1967, Leonardo da Vinci’s Kriegsmaschinen funktionieren tatsächlich 1503, die Mongolen machen nicht halt und erobern Rom im 12.Jahrhundert und, und, und….

      …insgesamt gibt es bereits 22 Bände.
    • Mask schrieb:

      ;) Sehr schön von Jameson Rezensiert.
      Für mich ein absoluter Hammerband mit einem Artwork von Wilson das eines seiner besten überhaupt ist.
      Sehr stimmungsvoll koloriert.
      Wer auf gute FB Comics steht der muss den Band kaufen!
      Schöne Perlen die Ihr da hebt :thumbsup:


      Danke :)
      Dem Rest (Kaufempfehlung) kann ich mich nur anschließen :)
    • Ich fand den ersten Band gut und habe mit Freude an den vielen Anspielungen und Verweisen geknobelt. Dieser zweite Band der Reihe war für meinen Geschmack deutlich zugänglicher, weil geradliniger und actionlastiger - aber dennoch schön verwoben mit realen Personen. Die Prohibition besteht fort, die USA sind zu einem großen Teil Französisch, die Kennedys verdienen ihr Geld mit Schmuggel und geraten zwischen Mafia und korrupte Polizei, Marilyn Monroe taucht in herrlicher Weise auf... Colin Wilson als Zeichner ist hier gefühlt freier und lebt die Szenerien und die Action besser aus: Ich hatte richtig viel Spaß! Ausstattung und Ãœbersetzung sind gewohnt gut. War schon sehr gespannt, welcher Band als nächstes kommt, aber jetzt steht’s ja fest. Russen auf dem Mond? Hört sich auch interessant an.
    • Mal eine (vielleicht ganz dumme) Zwischenfrage:
      Bauen die Bände irgendwie auf einander auf, oder sind sie in sich abgeschlossen?

      Ich meine spielen die alle in einem Universum, wo verschiedene Situationen anders verlaufen, als bei uns? Oder spielt jeder Band in seinem eigenen Universum, mit nur dieser einen markanten Änderung der Zeitlinie?

      lg Task
    • Jeder Band steht für sich (bisher. Aktuell steht wohl ein Zweiteiler an, wenn ich das richtig im Kopf habe, der aber wiederum halt nur innerhalb dieser beiden Bände verbunden ist und nicht mit den anderen Bänden). Kannst also beliebig austesten, je nach Vorlieben für die zugrundeliegende Thematik oder auch Zeichner.





    • Tag X, Band 2: Die Kennedy-Gang

      In der Serie „Tag X“ aus Paninis neuen Albenprogramm geht es um alternative Geschichte. Wie bei Marvel und DC mit „What if?“ oder „Elseworlds“ wird hier etwas aus der Vergangenheit verändert, so dass eine neue Zeitlinie entsteht, aber eben nicht mit Helden in Spandex, sondern mit Weltgeschichte, so dass auch berühmte Persönlichkeiten der Vergangenheit in veränderten Kontext gesehen werden können. Im 2. deutschen Band der Serie von Fred Duval und Jean-Pierre Pécau haben sich die Künstler die Kennedy-Brüder Joe Junior und Jack vorgenommen. Die Handlung beginnt im Jahre 1947, aber der Leser merkt schnell, dass sich der „Tag X“, an dem sich die Geschichte massiv änderte, noch weiter in der Vergangenheit befand. Der Vater der Brüder, Joe Kennedy, konnte durch die andauernde Prohibition zu einem großen Gangster und Alkoholschmuggler werden. Der 2. Weltkrieg hat in dieser Zeitlinie (noch?) nicht stattgefunden, was wiederum daran lag, dass der 1. Weltkrieg bis 1923 dauerte, denn die USA griffen nicht ein, weil es die USA in dieser Welt so nicht gibt. Stattdessen wird ein großer Teil Nordamerikas von ehemaligen französischen Kolonisten beherrscht (Nouveau France), und auch die Spanier besitzen noch Teile der uns bekannten USA, z.B. Florida. Man sieht schon, der Teil der der ehemaligen britischen Kolonien, hier Amerikanische Union genannt, ist sehr klein, mit New York als Zentrum. Doch auch New York hat als Metropole weniger Bedeutung, denn die Freiheitsstatue steht, wie man schon auf dem Cover sehen kann, in leicht abgewandelter Version in New Orleans, der Hauptstadt von Nouveau France. Die geschichtliche Entwicklung hatte positive Folgen für die Indianer, die mehr Einfluss haben als in unserer Welt. Für die ehemaligen afrikanischen Sklaven gilt jedoch das Gegenteil. Und sonst in der Welt? In Deutschland herrscht Kanzler Adolf Hitler (wohlgemerkt 1947), und bereitet sich darauf vor, seinem Machtbereich territorial auszuweiten… Aber die Kennedy-Brüder haben weniger das weltpolitische Tagesgeschehen auf dem Schirm, sondern den Profit mit dem verbotenen Alkohol. Es beginnt ein Roadtrip der besonderen Art durch Nordamerika, immer auf der Flucht vor einem fiesen Irokesen-Sheriff und rivalisierenden Banden.

      Fazit:
      Bei dem Titel hatte ich weit weniger erwartet als hier geboten wird, nämlich eine alternative Welt, wo die Kennedy-Familie eben zu Gangstern werden statt zu Politikern. Zwar sind die Kennedy-Brüder der Mittelpunkt der Geschichte, aber bei ihrer Reise eröffnet sich eine riesige komplexe Welt voller gut durchdachter Geschichtsänderungen. Etwas übertrieben wurde bei der Anzahl der historischen Personen, die hier dabei sind. Das mit dem Kennedy-Clan natürlich auch Norma Jean Baker aka Marilyn Monroe und Jackie O. dabei sein würde war klar, und Hitler ist in alternativen Zeitlinien ja fest gesetzt, aber dass Flugpionier Charles Lindberg antisemitische Thesen vertrat, ist vermutlich den wenigsten bekannt. Ebenso dürften dem deutschen Leser die verschieden afroamerikanischen Musiker, die in der Geschichte ihren Platz haben, auch nicht bekannt sein. Und auch die dunklen Seiten Hollywoods haben viele Leser vermutlich nicht so im Kopf, dass sie alle Personen hier gleich zuordnen können. Natürlich läd so das Konzept zur Eigenrecherche ein, und ein Blick in Wikipedia verrät hier dem Interessierten die genaueren Motive so manch einer Figur. Da hätte ich mich über einen kleinen Anhang gefreut, bei dem die wichtigsten Figuren und veränderten Ereignisse vorgestellt werden. Anfangs habe ich mich gewundert dass keine Karte mit den veränderten Staaten in Nordamerika zu sehen war, allerdings hätte die so manche Überraschung vorweg genommen. Anders als z.B. in der Serie „Rex Mundi“ verändern sich die Gegebenheiten auch nicht, denn die Geschichte ist auf einen Band ausgelegt. Schade eigentlich, denn wenn ich auch keinen Bezug zu den Kennedy-Brüdern finden konnte, war die vorgestellte Welt doch mehr als interessant, und gerade die Existenz Hitlers wirft z.B. Fragen auf, wie sich in dieser Zeitlinie die Sowjetunion oder China entwickelten, und was ist mit den europäischen Kolonien? Was macht eigentlich ein Nixon in dieser Welt, oder Franco? Gibt es später einen kalten Krieg, und wenn ja, zwischen wem? Fragen, die einem dem Kopf explodieren lassen können, aber genau so soll es ja auch sein.
    • Rezension zur # 3: Russen auf dem Mond!

      Bei dem vorliegenden Band handelt es sich eigentlich um den ersten dieser Serie, wenn man die französische Original Reihenfolge berücksichtigt. Doch dies soll nur eine Randnotiz sein und ist mehr der Chronistenpflicht geschuldet.

      In dieser alternativen Betrachtung der Geschichtsschreibung von Fred Duval und Jean-Pierre Pècau haben die Russen den Wettlauf zum Mond gewonnen, weil die amerikanische Landefähre während des Landeanflugs von einem Mikro-Meteoriten zerschossen wurde. Als Konsequenz errichteten die USA eine dauerhafte Mondstation, was die UdSSR natürlich und zwangsläufig auf den Plan rief, ihrerseits ebenfalls eine Mondstation zu bauen.

      Erneut weiß das Autoren-Duo mit vielen Details in ihrem Szenario der alternativen Geschichtsschreibung zu begeistern, gar zu verblüffen.

      Die Idee, den Mond dauerhaft zu besiedeln, dürfte erstmals Jules Verne in seinem Roman Von der Erde zum Mond bereits 1865 aufgegriffen haben. Natürlich gab es auch in der Realität Pläne oder Wünsche der NASA, eine solche Raumstation zu bauen. Diese wurden zwar hin und wieder auch öffentlich geäußert, aber nie umgesetzt. Irgendwelche Verschwörungstheorien sollten hier bewusst außen vorgelassen werden.

      Nach einer Notsituation arbeiten die Wissenschaftler beider Supermächte eng zusammen, ohne dass dies die jeweiligen Vorgesetzten auf der Erde je erfahren. Es ist schon ein geschickter Kniff, wie Duval und Pècau dies auch vor dem Hintergrund erklären, dass die Besatzung auf den Raumstationen von Zeit zu Zeit immer wieder abgelöst wird. Ein wenig scheint dieser Twist zu klemmen, aber immerhin liefern die Autoren überhaupt einen Erklärungsversuch ab, der zumindest inhaltlich nicht abwegig erscheint. Zumal sie sich nicht scheuen, unpopuläre Wege zu gehen, als ein linientreuer Agent der Russen nach dem Rechten sieht. Die Autoren sorgen auch hier für ein Gleichgewicht, indem sie auch auf der amerikanischen Seite einen übereifrigen Agenten, der bewusst überspitzt als schießwütiger Cowboy dargestellt wird, etablieren.

      Die weiteren Wendungen möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Sie greifen aber wie die Rädchen einer gut geölten Maschine ineinander, so dass ein spannender und überaus lesenswerter Plot entsteht. Natürlich haben auch die US-Präsidenten, Richard Nixon und Jimmy Carter, wie auch der damalige Staatschef der UdSSR, Leonid Breschnew, ihre Gastauftritte. Diese Gastauftritte stehe nicht zuletzt dafür, dass der Wettlauf um das erste Betreten des Mondes nicht nur ein Wettstreit, sondern durchaus ein modifiziertes Wettrüsten als Folge des Kampfes der Ideologien war. Dass dies dann nicht zu dogmatisch wird, ist eine weitere Leistung der Autoren. Dies realisieren sie dadurch, dass sie ihren Plot über die auf dem Mond stationierten Wissenschaftlern gleich auf mehreren Ebenen personalisieren. Dass dies wiederum in der dargelegten Form beim Leser ankommt, basiert auf nachvollziehbaren und lebensnahen Charakterisierungen. In diesen Passagen wird auch hiervon der Plot, der daneben wohl dosierte ironische Spitzen aufweist, getragen, was sich allerdings mit Fortlauf der Story ändert. Der Schluss erinnert dann ansatzweise an den Film Angriffsziel Moskau, wobei die bombardierten Raumstationen Stellvertreter für die Territorien der beiden Supermächte sind.

      Der Schluss ist in jeder Hinsicht versöhnlich und unterstellt, dass wir Menschen schließlich doch vernunftbegabt sind. Es macht schlichtweg Spaß, sich auf das Gedankenexperiment der Autoren einzulassen und in ihre alternative Welt einzutauchen.

      Das Artwork ist typisch franko-belgisch und legt viel Wert auf die Charaktere und weniger auf Hintergründe.

      Im Übrigen kann ich mir durchaus vorstellen, dass sich dieses Album auch über das spektakuläre Cover verkauft.



    • Tag X, Band 3 – Russen auf dem Mond!

      In der Serie „Tag X“ aus Paninis neuen Albenprogramm geht es um alternative Geschichte. Wie bei Marvel und DC mit „What if?“ oder „Elseworlds“ wird hier etwas aus der Vergan-genheit verändert, so dass eine neue Zeitlinie entsteht, aber eben nicht mit Helden in Spandex, sondern mit Weltgeschichte, so dass auch berühmte Persönlichkeiten der Vergangenheit in veränderten Kontext gesehen werden können. Im 3. deutschen Band der Serie von den Autoren Fred Duval und Jean-Pierre Pécau sowie Zeichner Philippe Buchet haben sich die Künstler die Mondlandung vorgenommen, ein ein-schneidendes Ereignis, welches weltweit stark beachtet wurde. Doch wie der Titel schon ver-rät, sind es nicht die Amerikaner die den Mond als erstes erreichen, sondern die Sowjets, die die rote Fahne mit Hammer und Sichel in den Mondboden rammen. Wie konnte das gesche-hen? Nun, durch einen sehr kleinen Meteoriten wird die amerikanische Mondfähre zerstört… Dies ist jedoch nur der Auftakt zu einer alternativen Zeitlinie, in der das Rennen um den Weltraum nun richtig begonnen wird. In unserer Welt gab es nur sehr wenige Mondlandungen, hier jedoch führt das Rennen dazu, dass bald die NASA nachzieht, und sowohl die Sow-jets als auch die Amerikaner Mondbasen zum dauerhaften Aufenthalt auf dem Erdtrabanten errichten. Das Rennen führt jedoch auch dazu, dass der Kalte Krieg vollkommen neue Dimen-sionen erreicht. Waffen und Spionagetechnik haben Hochkonjunktur, und tausende Kilometer von der Erde sehen liegen sich die verfeindeten Parteien auch auf dem Mondboden diesem Konflikt ausgeliefert. Wie wird der Kampf entschieden?

      Fazit

      Im Gegensatz zu den anderen beiden Bänden wird hier recht wenig Vorwissen gebraucht. Klar, die Kenntnis um Mondlandung, die politische Situation und die wichtigsten Politiker der Ära machen das Konzept rund, aber das war bei den beiden Vorgängerbänden fordernder, da auch oft Kenntnisse aus der französischen Geschichte gefragt waren, was hier nicht der Fall ist. Natürlich lädt sie Serie auch hier wieder zur Eigenrecherche ein, und ein Blick in Wikipedia verrät hier dem Interessierten die genaueren Motive so manch einer Figur. Da hätte ich mich über einen kleinen Anhang gefreut, bei dem die wichtigsten Figuren und veränderten Ereig-nisse vorgestellt werden. Der kleine Meteorit am Anfang der Geschichte erinnert an „Der Nagel“ von DC Comics, bei der auch ein kleiner Gegenstand eine große Wirkung entfachte, und die Weltgeschichte kom-plett änderte. Die Geschichte selbst funktioniert an sich sehr gut und wirkt wenig gekünstelt, und schafft es wunderbar ohne große Prominenz aus Politik und sonstigem Weltgeschehen zu funktionieren. Der Zeichner Philippe Buchet, bekannt aus Sillage von Carlsen, zeigt hier einen deutlich mo-derneren Look als Colin Wilson aus den ersten beiden Bänden. Auch die Farben von Walter unterstützen diesen Stil ungemein; so wünscht man sich eine aktuelle franko-belgische Serie. Wie auch bei den ersten beiden Bänden gilt, dass die Geschichte abgeschlossen ist, und man auch bei Einzelbänden zugreifen kann, wenn einen ein Thema besonders interessiert.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von breedstorm ()

    • Ãœber Geschmack lässt sich bekanntlich ja nicht streiten... die pauschale Aussage "so wünscht man sich eine aktuelle franko-belgische Serie", trifft z.B. auf mich nicht zu. So wünscht du dir aktuelle franko-belgische Serie

      Ich fand den Band auch gut, mir gefielen die ersten beiden Bände aber etwas besser - u.a. auch wegen der Zeichnungen von Colin Wilson.. aber wie gesagt Geschmackssache.
    • breedstorm schrieb:




      Tag X, Band 3 – Russen auf dem Mond!

      In der Serie „Tag X“ aus Paninis neuen Albenprogramm geht es um alternative Geschichte. Wie bei Marvel und DC mit „What if?“ oder „Elseworlds“ wird hier etwas aus der Vergan-genheit verändert, so dass eine neue Zeitlinie entsteht, aber eben nicht mit Helden in Spandex, sondern mit Weltgeschichte, so dass auch berühmte Persönlichkeiten der Vergangenheit in veränderten Kontext gesehen werden können. Im 3. deutschen Band der Serie von den Autoren Fred Duval und Jean-Pierre Pécau sowie Zeichner Philippe Buchet haben sich die Künstler die Mondlandung vorgenommen, ein ein-schneidendes Ereignis, welches weltweit stark beachtet wurde. Doch wie der Titel schon ver-rät, sind es nicht die Amerikaner die den Mond als erstes erreichen, sondern die Sowjets, die die rote Fahne mit Hammer und Sichel in den Mondboden rammen. Wie konnte das gesche-hen? Nun, durch einen sehr kleinen Meteoriten wird die amerikanische Mondfähre zerstört… Dies ist jedoch nur der Auftakt zu einer alternativen Zeitlinie, in der das Rennen um den Weltraum nun richtig begonnen wird. In unserer Welt gab es nur sehr wenige Mondlandungen, hier jedoch führt das Rennen dazu, dass bald die NASA nachzieht, und sowohl die Sow-jets als auch die Amerikaner Mondbasen zum dauerhaften Aufenthalt auf dem Erdtrabanten errichten. Das Rennen führt jedoch auch dazu, dass der Kalte Krieg vollkommen neue Dimen-sionen erreicht. Waffen und Spionagetechnik haben Hochkonjunktur, und tausende Kilometer von der Erde sehen liegen sich die verfeindeten Parteien auch auf dem Mondboden diesem Konflikt ausgeliefert. Wie wird der Kampf entschieden?

      Fazit

      Im Gegensatz zu den anderen beiden Bänden wird hier recht wenig Vorwissen gebraucht. Klar, die Kenntnis um Mondlandung, die politische Situation und die wichtigsten Politiker der Ära machen das Konzept rund, aber das war bei den beiden Vorgängerbänden fordernder, da auch oft Kenntnisse aus der französischen Geschichte gefragt waren, was hier nicht der Fall ist. Natürlich lädt sie Serie auch hier wieder zur Eigenrecherche ein, und ein Blick in Wikipedia verrät hier dem Interessierten die genaueren Motive so manch einer Figur. Da hätte ich mich über einen kleinen Anhang gefreut, bei dem die wichtigsten Figuren und veränderten Ereig-nisse vorgestellt werden. Der kleine Meteorit am Anfang der Geschichte erinnert an „Die Nadel“ von DC Comics, bei der auch ein kleiner Gegenstand eine große Wirkung entfachte, und die Weltgeschichte kom-plett änderte. Die Geschichte selbst funktioniert an sich sehr gut und wirkt wenig gekünstelt, und schafft es wunderbar ohne große Prominenz aus Politik und sonstigem Weltgeschehen zu funktionieren. Der Zeichner Philippe Buchet, bekannt aus Sillage von Carlsen, zeigt hier einen deutlich mo-derneren Look als Colin Wilson aus den ersten beiden Bänden. Auch die Farben von Walter unterstützen diesen Stil ungemein; so wünscht man sich eine aktuelle franko-belgische Serie. Wie auch bei den ersten beiden Bänden gilt, dass die Geschichte abgeschlossen ist, und man auch bei Einzelbänden zugreifen kann, wenn einen ein Thema besonders interessiert.
      Der DC Comic heißt "Der Nagel" - Es geht um einen Nagel im Autoreifen, weswegen die Kents nicht zur Absturzstelle der Rakete kommen.
    • Tag X 4 - Als die Titanic nicht sank

      So dann lass ich mal meine zwei Cent hier, damit der Thread und die Serie nicht in Vergessenheit gerät.

      Ausgangspunkt ist der Nicht-Untergang der Titanic 1912. Ein Junge sieht den Eisberg rechtzeitig und so kann verhindert werden, dass die Titanic zu dem Zeitpunkt untergeht.
      Von dem Punkt an geht es in Handlung eher darum, was aus dem Jungen wird: Ein erfolgreicher Journalist, Wissenschaftler, Nachrichtenmogul, mit der Idee, die Welt zu verbessern, indem der Hunger in der Welt gestillt wird und der gesamte Planet sich einer Weltregierung unterordnen soll, umso Frieden zu garantieren.

      Die Idee ist großartig und erinnert stark an dystopische Romane wie 1984, Brave new World, Fahrenheit 451, the Giver... Dem entsprechend gibt es auch viele Anspielungen/Aufnahmen von Ideen aus solchen Geschichten, wie Eugenik, Aufgabe des Nationalismus etc. ...

      Die Grundidee der Geschichte finde ich super; ich lese auch diese Art von Romanen wirklich gerne. Allerdings muss ich sagen, dass die Geschichte hier ruhig deutlich mehr Seiten gehabt haben könnte, um tiefer in die Materie einzusteigen. Vieles wird leider nur knapp angedeutet, wo ich mir mehr gewünscht hätte. Das hätte eventuell für mehr Spannung sorgen können, denn die kommt ehrlich gesagt nicht wirklich auf. Die Geschichte plätschert vor sich hin. Was aber auch okay ist, da hier kein Actionfeuerwerk abgefackelt werden soll. Statt dessen soll die Geschichte (vermutlich) zum Nachdenken anregen. Das klappt soweit auch ganz gut, ist aber tatsächlich ausbaufähig.

      Für Liebhaber würde ich aber immer noch 7/10 Punkte geben, da die Thematik und der Grundgedanke einfach zeitlos und interessant ist.


      Ich bin gespannt was als nächstes kommt, kann aber in der Jahresvorschau keinen Tag X Band finden. Vielleicht im zweiten Halbjahr...
    • ders schrieb:

      So dann lass ich mal meine zwei Cent hier, damit der Thread und die Serie nicht in Vergessenheit gerät.

      Ausgangspunkt ist der Nicht-Untergang der Titanic 1912. Ein Junge sieht den Eisberg rechtzeitig und so kann verhindert werden, dass die Titanic zu dem Zeitpunkt untergeht.
      Von dem Punkt an geht es in Handlung eher darum, was aus dem Jungen wird: Ein erfolgreicher Journalist, Wissenschaftler, Nachrichtenmogul, mit der Idee, die Welt zu verbessern, indem der Hunger in der Welt gestillt wird und der gesamte Planet sich einer Weltregierung unterordnen soll, umso Frieden zu garantieren.

      Die Idee ist großartig und erinnert stark an dystopische Romane wie 1984, Brave new World, Fahrenheit 451, the Giver... Dem entsprechend gibt es auch viele Anspielungen/Aufnahmen von Ideen aus solchen Geschichten, wie Eugenik, Aufgabe des Nationalismus etc. ...

      Die Grundidee der Geschichte finde ich super; ich lese auch diese Art von Romanen wirklich gerne. Allerdings muss ich sagen, dass die Geschichte hier ruhig deutlich mehr Seiten gehabt haben könnte, um tiefer in die Materie einzusteigen. Vieles wird leider nur knapp angedeutet, wo ich mir mehr gewünscht hätte. Das hätte eventuell für mehr Spannung sorgen können, denn die kommt ehrlich gesagt nicht wirklich auf. Die Geschichte plätschert vor sich hin. Was aber auch okay ist, da hier kein Actionfeuerwerk abgefackelt werden soll. Statt dessen soll die Geschichte (vermutlich) zum Nachdenken anregen. Das klappt soweit auch ganz gut, ist aber tatsächlich ausbaufähig.

      Für Liebhaber würde ich aber immer noch 7/10 Punkte geben, da die Thematik und der Grundgedanke einfach zeitlos und interessant ist.


      Ich bin gespannt was als nächstes kommt, kann aber in der Jahresvorschau keinen Tag X Band finden. Vielleicht im zweiten Halbjahr...


      Schließe mich deiner Meinung an. Im Vergleich zum vorgängerband passiert hier relative wenig. Dafür überzeugen die Zeichnungen total. Auf dem guten Papier in der Größe kommt das wunderbar rüber! Hierfür auch mal ein Lob an Panini das solche Titel Platz finden und ich hoffe auf noch mehr Bände :)
    • Das ist eine richtig gelungene Story geworden, inklusive Botschaft. Wirklich gut. Am Anfang konnte ich mit den Zeichnungen von Buchet nicht so warm werden, aber insgesamt ein starker Band.
      Das Cover wirkt jedenfalls, kann jedem händler nur raten, dieses Album ins Schaufenster zu packen...